Gemüseanbau planen

Langsam kommt der Frühling und nach dem langen Winter freut man sich umso mehr auf die Gartensaison! Jetzt beginnt bei mir die Gartenplanung fürs Gemüsebeet.

Was für Schritte muss ich eigentlich beim Gemüseanbau im eigenen Garten beachten?

Pepinopflanze

1. Auswahl der Gemüsesorten

Als erstes mache ich mir eine Liste mit Gemüsesorten, die uns schmecken, viel Ertrag bringen und leicht anzubauen sind. Ich achte ebenfalls darauf, dass es (fast) das ganze Jahr über etwas zu ernten gibt. Meist fängt die Ernte im April/Mai mit Spinat und Salat an und endet im Winter mit Kohlsorten und Feldsalat. Kräuter wie Thymian und Rosmarin können wir das ganze Jahr über ernten. Auch überschüssiges Gemüse, das nach der Ernte eingefroren oder eingekocht wurde, kann im Winter noch verspeist werden.

Klassiker, die viel Ertrag bringen sind: Zucchini, Bohnen, Erbsen, Kürbis, Kartoffeln…

Zucchini

2. Beet planen

Als nächstes zeichne ich mir einen Plan und teile die Gemüsesorten auf das Gemüsebeet auf, wobei der Platz zum Teil auch doppelt genutzt wird. Zum Beispiel, wenn der Spinat abgeerntet ist, werden an der Stelle dann die Bohnen gepflanzt. Bei der Einteilung ist auch darauf zu achten, dass sich die benachbarten Gemüsesorten auch “vertragen”. Ebenfalls sollte eine Fruchtfolge eingehalten werden. Viele Gemüsesorten, vor allem Kürbis, Kohl und Mais entziehen dem Boden viele Nährstoffe. Deswegen sollte im nächsten Jahr dort etwas gepflanzt werden, das nicht so viele Nährstoffe braucht.

Viele Gartenzentren haben kostenlose Ratgeber und Infoblätter von Saatgutherstellern ausliegen, wie zum Beispiel von Kiepenkerl. Da kann man sich den einen oder anderen Tipp für die Beetplanung und Aussaat holen.

3. Aussaat planen

Im dritten Schritt mache ich mir einen Aussaat-Kalender. Da ich (fast) alles selbst aus Samen ziehe, muss dies gut geplant sein. Säe ich zu früh aus, kann es sein, dass die Planzen zu dünn wachsen und das Umpflanzen ins Freie nicht überleben. Säe ich zu spät aus, lässt die Ernte auf sich warten. Da wir einen sehr hellen frostgeschützten Wintergarten haben, wo dann später auch die Tomaten unterkommen, fange ich meist etwas früher an mit dem Aussäen.

IMG_8036

4. Saatgut einkaufen

Nachdem ich geprüft habe, welche Samen ich noch aus dem Vorjahr übrig habe, gehe ich auf Saatgut-Shopping-Tour. Am Anfang meiner Gärtner-Zeit habe ich oft die günstigeren Samen gekauft. Bei vielen Sorten ist das auch kein Problem. Bei Gurken, Tomaten, Kürbissen und vielen anderen Sorten jedoch, merkt man einen deutlichen Unterschied. F1-Hybriden sind viel widerstandsfähiger, ertragreicher und die Planzen wachsen viel besser; dafür sind sie aber auch etwas teurer. Anzuchterde, Anzuchttöpfchen und Beschriftungsschildchen sollten ebenfalls auf der Einkaufsliste stehen, falls man sie nicht mehr zu Hause hat.

Ein kleiner Tipp: viele Gartenzentren haben auch sonntags geöffnet 😉

5. Beet vorbereiten

Damit die Pflanzen später einen lockeren und nährstoffreichen Boden haben, muss das Beet rechtzeitig vorbereitet werden. Die Erde muss gelockert werden und eventuell Steine, die die Wurzeln stören würden, entfernt werden. Dann düngen wir den Boden mit eigenem Kompost und getrockneten Rinderdung. Die Erde wird nach dem Düngen dann noch mal etwas untergegraben und gelockert und eventuell Unkraut entfernt. So ist der Boden ideal für die Pflanzen vorbereitet. Pflanzen, die viele Nährstoffe brauchen, werden dann noch mal separat mit selbsthergestellter Brennesseljauche nachgedüngt.

Kompost

 

6.  Aussaat

Dann beginnt die Aussaat. Eigentlich kann man nicht viel falsch machen, wenn man sich an die Angaben zu Aussaatzeit und Saattiefe auf den Samenpäckchen hält. Viele Sorten werden im Mai direkt ins Freie ausgesät. Wenn die Samen gekeimt haben und die Pflänzchen wachsen, muss eventuell pikiert werden. Wichtig ist auch, dass sie mit ausreichend Wasser versorgt werden, da die zarten Pflänzchen schnell vertrocknen.

7.  Umsiedelung ins Freie

Wenn Eisheiligen im Mai vorbei ist, kommen die vorgezogenen Pflanzen ins Beet. Auch hier ist ein Angießen sehr wichtig, damit die Pflanzen gut anwachsen.Unkraut muss ebenfalls regelmäßig beseitigt werden, damit es nicht die kleinen Pflänzchen überwuchert und ihnen das Licht nimmt. Falls doch mal eine Pflanze eingeht, kann man dann auf fertige Pflanzen aus dem Gartenzentrum zurück greifen.

001

7. Folgesaat

Damit man lange etwas von der Ernte hat, sollte man auch an eine Folgeaussaat denken. So säe ich zum Beispiel öfters mal Spinat und Salat nach, damit man ein paar Wochen später noch einmal ernten kann.

Spinat wird gewaschen

Wie man sieht, ist einiges beim eigenen Gemüseanbau zu beachten, aber die Mühe lohnt sich. Spätestens, wenn man das eigene geerntete Gemüse verspeisen kann und feststellt, dass es um einiges besser schmeckt als das Gemüse aus dem Supermarkt.  Dazu hat man noch die Garantie, dass es frei von Schadstoffen ist und frisch geerntet wurde.

Auch mit kleinen Beeten kann man mit etwas Geschick eine große Ernte einfahren 😉

012

 

Schreibe einen Kommentar